Das Wichtigste auf einen Blick
⏱️ Schnell handeln
Eine PEP sollte nach einem möglichen HIV-Risiko so schnell wie möglich begonnen werden.
💊 Vier Wochen Behandlung
Bei einer PEP werden vier Wochen lang HIV-Medikamente eingenommen.
🏥 PEP bekommen
Eine PEP gibt es in spezialisierten Ambulanzen und HIV-Schwerpunktpraxen.
🛡️ Infektion verhindern
Die PEP kann nach einem möglichen HIV-Kontakt eine HIV-Infektion mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindern.
Was ist eine HIV-PEP?
Eine HIV-PEP ist eine Notfallbehandlung nach einem möglichen Kontakt mit HIV. PEP steht für Postexpositionsprophylaxe und bedeutet sinngemäß „Vorsorge nach einem Kontakt mit HIV“.
Für vier Wochen werden HIV-Medikamente eingenommen. Sie sollen verhindern, dass sich HIV im Körper festsetzt. Eine PEP kann zum Beispiel infrage kommen, wenn ein Kondom gerissen oder abgerutscht ist und die HIV-Vermehrung bei der HIV-positiven Person nicht durch Medikamente unterdrückt wird.
Wichtig ist, möglichst schnell mit der PEP zu beginnen:
- am besten innerhalb von 2 Stunden
- möglichst innerhalb von 24 Stunden
- spätestens nach 48 Stunden
Ob eine PEP bis zu 72 Stunden nach dem möglichen HIV-Risiko noch sinnvoll sein kann, ist umstritten.
PEP: Wann sie infrage kommt
Eine PEP kann nach einem möglichen HIV-Risiko sinnvoll sein. Das gilt zum Beispiel in folgenden Situationen:
- Ungeschützter Vaginalsex oder Analsex: Die andere Person ist sehr wahrscheinlich HIV-positiv. Gleichzeitig ist unklar, ob sie eine HIV-Therapie macht oder ob die Therapie wirksam ist.
- Nachweisbare Viruslast: Die andere Person ist HIV-positiv und HIV ist im Blut nachweisbar. Bei einer gut wirksamen HIV-Therapie ist das nicht der Fall.
- Verletzung im medizinischen Bereich: Medizinisches Personal verletzt sich an einer Spritze oder einem anderen Instrument, das zuvor mit dem Blut einer HIV-positiven Person in Kontakt war.
- Gemeinsam benutzte Spritze beim Drogenkonsum: Eine Spritze wurde zuvor von einer HIV-positiven Person verwendet.
- Ärztliche Einschätzung: Ob eine PEP sinnvoll ist, wird in einem Beratungsgespräch in einer Arztpraxis oder Ambulanz geklärt.
- Nach einem Sexunfall: Es kann hilfreich sein, wenn Sexpartner*innen mit zum Gespräch kommen. Sie können Angaben zur HIV-Infektion, zu einer möglichen HIV-Therapie und zu Resistenzen machen.
PEP: Wo du sie bekommst
Eine PEP bekommst du in spezialisierten Krankenhäusern und Arztpraxen. Geeignete Ambulanzen sind rund um die Uhr geöffnet. Tagsüber kannst du dich auch an eine HIV-Schwerpunktpraxis wenden.
Wichtig ist, keine Zeit zu verlieren. Wenn mehrere Anlaufstellen infrage kommen, solltest du die wählen, die du am schnellsten erreichen kannst.
PEP: Mögliche Nebenwirkungen
Eine PEP dauert vier Wochen. Während der Behandlung mit HIV-Medikamenten können Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.
Sofortmaßnahmen nach HIV-Risiko
Nach ungeschütztem Sex mit einer Person mit HIV kann das Übertragungsrisiko durch einige Sofortmaßnahmen geringfügig gesenkt werden.
- Nach ungeschütztem Anal- oder Vaginalsex: Wasche den Penis unter fließendem Wasser mit Seife. Zieh dafür die Vorhaut zurück. Reinige Eichel und Innenseite der Vorhaut vorsichtig, ohne Druck auf die Schleimhaut auszuüben.
- Wenn Samenflüssigkeit in den Mund gelangt ist: Spuck sie sofort aus. Spüle den Mund anschließend vier- bis fünfmal kurz mit Wasser.
- Wenn Samenflüssigkeit ins Auge gelangt ist: Spüle das Auge mit Wasser aus.
Scheiden- oder Darmspülungen werden nicht empfohlen. Es ist nicht bekannt, ob sie das HIV-Risiko senken oder möglicherweise sogar erhöhen.
Wichtig: Diese Maßnahmen können das Risiko nur geringfügig reduzieren. Sie ersetzen weder Kondome oder Femidome noch Schutz durch Therapie oder die PrEP. Wenn eine PEP infrage kommt, können auch die Sofortmaßnahmen diese nicht ersetzen.
Häufige Fragen
Was ist eine HIV-PEP?
Eine PEP ist eine Notfallbehandlung nach einem möglichen Kontakt mit HIV. Für vier Wochen werden Medikamente eingenommen, die verhindern sollen, dass sich HIV im Körper festsetzt.
Wann sollte eine PEP begonnen werden?
So schnell wie möglich. Am besten innerhalb von zwei Stunden, möglichst innerhalb von 24 Stunden und spätestens nach 48 Stunden. Ob eine PEP bis zu 72 Stunden nach dem Risiko noch sinnvoll ist, ist umstritten.
Wann kann eine PEP sinnvoll sein?
Zum Beispiel nach ungeschütztem Anal- oder Vaginalsex mit einer HIV-positiven Person mit nachweisbarer Viruslast. Auch nach bestimmten Verletzungen mit HIV-haltigem Blut oder beim gemeinsamen Benutzen von Spritzen kann eine PEP infrage kommen.
Wo bekomme ich eine PEP?
Eine PEP gibt es in spezialisierten Ambulanzen und Arztpraxen. Geeignete Ambulanzen sind rund um die Uhr geöffnet. Tagsüber kannst du dich auch an eine HIV-Schwerpunktpraxis wenden.
Welche Nebenwirkungen kann eine PEP haben?
Möglich sind unter anderem Kopfschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.