— Ich weiß was ich tu —
FETISCH
eine Welt voller Entdeckungen
— Wusstest du das?
Ein Piercing oder Tattoo gilt auch schon als Fetisch.
Fetisch ist keine Frage des Alters. Viele Spielarten finden auch Jüngere geil, und selbst Fetischclubs erleben momentan einen verstärkten Zuwachs von jüngeren Mitgliedern.
Dennoch gibt es Unwissenheit und zum Teil Ablehnung. Diese Seite geht das Thema sachlich und entspannt an: Hier werden beliebte Praktiken vorgestellt, auf Infektionsrisiken hingewiesen und Safer-Sex-Maßnahmen beschrieben.
„Hör auf den Menschen, dem du am meisten vertraust: dir selbst.“
„Fetisch ist keine Frage des Alters — es ist eine Frage des Vertrauens.“
„Überlass deinen Schutz nicht dem Zufall.“
Praktiken & Safer Sex
Die wichtigsten Themen
BDSM (kurz SM) steht für „Bondage & Discipline, Domination & Submission, Sadism & Masochism“ und ist der größte sexuelle Fetischbereich. Hier geht es um Unterwerfung, Beherrschung, Schmerzen und Belohnung. Für den Lustgewinn des aktiven Parts (Top) steht das Dominieren des passiven Gegenparts (Bottom) im Vordergrund. Den meisten Passiven geht es darum, jegliche Verantwortung abzugeben. Dabei muss es beim SM nicht immer zu sexuellen Handlungen kommen. Auch verbale Erniedrigung oder „nur“ der Einsatz von Peitsche, Rohrstock und Fesseln kann sexuelle Befriedigung schaffen.
Was passieren kann
Beim BDSM ist Vertrauen das oberste Gebot. Daher solltest du dich auf einer SM-Sexparty auch nicht direkt an ein Andreaskreuz binden und von Unbekannten auspeitschen lassen. Wenn SM-Spielzeuge zum Einsatz kommen, sollten diese für jeden neuen Partner gründlich desinfiziert werden, um mögliche Infektionen zu vermeiden.
Worauf es ankommt
- Gegenseitiges Vertrauen ist das Wichtigste beim BDSM.
- Drogen sollten für den aktiven Part tabu sein: Wenn du der aktive Part bist, solltest du zu jeder Zeit klar sein und verantwortlich handeln.
- Vereinbare mit deinem Partner ein Code-Wort, dessen Nennung sofort euer Spiel beendet.
- Wenn du SM-Spielzeug mit mehreren Partnern teilst, solltest du auf eine sorgfältige Desinfektion der Toys achten.
- Es gelten die gleichen Safer-Sex-Regeln wie bei jeder anderen sexuellen Spielart.
Für den einen unvorstellbar, für den anderen die vielleicht größte sexuelle Befriedigung: eine Faust im Arsch haben. Man spricht hier von Fisten (aus dem Englischen: fist = Faust). Der aktive Part ist der Fister, der passive wird Fistee genannt. Neben dem Fisten in den eigenen vier Wänden erfreuen sich innerhalb der Fetischszene auch Fistpartys einer großen Beliebtheit.
Was passieren kann
Der Anus ist wie jeder andere Muskel trainierbar und kann behutsam und vorsichtig gedehnt werden. Zu schnelles Eindringen und/oder gewaltsame Bewegungen können jedoch zu einer Analfissur führen, einem Einriss der Afterschleimhaut. Auf Sexpartys ist der Gebrauch von neuen Handschuhen für jeden neuen Partner wichtig. Beim Fisten ist es relativ leicht, sich mit Hepatitis C zu infizieren, einer Infektion, die ausschließlich über Blut übertragen wird.
Worauf es ankommt
- Taste dich langsam und mit einem Partner, dem du vertraust, ans Fisten heran.
- Die passende Umgebung ist wichtig, damit du dich als passiven Part wohlfühlst und richtig entspannen kannst.
- Nimm für jeden Partner, den du fistest, neue Handschuhe.
- Verwende bei einer Sexparty für jeden Partner nur ein für ihn bestimmtes Gleitmittel.
- Drogen sollten für den aktiven Part ein Tabu sein, damit er nicht die Kontrolle verliert.
Während man für Sex zu dritt noch den lockeren Begriff „flotter Dreier“ gefunden hat, wurde es den Sprachschöpfern ab der vierten Person zu viel. Da heißt die Sache schlicht Gruppensex. Diese in der schwulen Sexszene verbreitete Fetisch-Spielart kann man in den sogenannten Darkrooms vieler Kneipen und Clubs ausleben. Doch auch Gruppensex im privaten Rahmen ist durch die Dating-Möglichkeiten im Internet einfacher geworden.
Was passieren kann
Da Gruppensex lediglich beschreibt, dass mehrere Personen miteinander Sex haben, hängen mögliche Infektionsrisiken natürlich davon ab, was genau die einzelnen Beteiligten miteinander machen. Grundsätzlich gilt: Kondome schützen vor HIV und senken das Risiko einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen.
Worauf es ankommt
- Für jeden neuen Partner gilt: Neues Kondom benutzen!
- Auch beim Fisten sind für jeden neuen Partner neue Handschuhe zu verwenden.
- Lass dich auf nichts ein, worauf du keine Lust hast. Gerade bei anonymen Gruppensessions ist es wichtig, keinem Gruppenzwang zu folgen.
- Bleib dir selbst und deinen eigenen Safer-Sex-Prinzipien treu.
Golden Shower oder Natursekt noch nie gehört? In der Szene spricht man auch eher vom Pissen. Bei dieser sexuellen Fetischart geht es darum, entweder sein Gegenüber anzupissen oder angepisst zu werden und sich unterworfen zu fühlen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Partner nur nass gemacht, die Pisse geschluckt oder gar in den Arsch gepisst wird: Die Grenzen steckt hierbei jeder selbst.
Was passieren kann
Aus medizinischer Sicht ist der Umgang mit frischer Pisse unproblematisch. Das gilt auch, wenn der aktive Part HIV-positiv ist. Die Viren im Urin eines HIV-Positiven reichen nicht für eine Übertragung aus. Pissen auf offene Wunden und Schleimhäute oder in die Augen kann jedoch eine Infektion mit Hepatitis A und/oder B hervorrufen.
Worauf es ankommt
- Eine Ansteckung mit HIV ist bei Piss-Spielen nicht möglich.
- Kläre, ob du gegen Hepatitis A und B bereits immun oder geimpft bist. Falls nicht: Lass dich impfen.
- In Bezug auf alle anderen sexuell übertragbaren Infektionen gilt Pisse als relativ unbedenklich.
- Pisse nicht auf offene Wunden, beanspruchte Schleimhäute oder in die Augen.
Fakt ist: Drogen sind in der schwulen und queeren Szene mitunter ein Thema – ganz gleich, ob auf einer SM-Party oder in einem Club. Wer sich für das Thema Drogen und Möglichkeiten der Risikominimierung beim Konsum interessiert, findet unter iwwit.de/drogen mehr Infos.
Was passieren kann
Drogenkonsum ist nie ohne Risiko. Dabei macht die Dosis das Gift: Das gilt bei Alkohol genauso wie bei anderen Drogen. Überdosierungen, ungewollter Konsum oder Wechselwirkungen mit Medikamenten können zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Gerade im Fetischbereich ist daher wichtig, dass einer der Spielpartner einen klaren Kopf behält.
Worauf es ankommt
- Der aktive Sexpartner sollte einen drogenfreien, klaren Kopf behalten.
- Lass dich niemals zum Konsum von Drogen überreden.
- Kläre vor Spielbeginn mit den anderen Beteiligten, wie sie zu Drogen stehen.
- Wenn du dich entscheidest, Drogen zu nehmen, sorge für eine vertrauensvolle Umgebung und informiere dich vorher über Wirkung und Risiken.